Beschützt wie im Mutterleib

In den Räumlichkeiten des Marienkrankenhauses befindet sich das Perinatalzentrum1 (PNZ1) des Kinderkrankenhauses Wilhelmstift und des Marienkrankenhauses. Es ist ein besonderes Zentrum, denn es ist die in Norddeutschland bislang einzige Früh- und Neugeborenen-Intensivstation mit Eltern-Kind-Zimmern. Dass Mutter und Vater rund um die Uhr bei ihrem Frühchen sein können, ist nicht nur ein schöner „Service“ für die Familien. Es ist in erster Linie wichtig für die gesunde Entwicklung ihres zu früh oder krank geborenen Babys, welches viel Nähe und Zuwendung benötigt.

Nur 380 g.

So wenig wog das kleinste Kind, das Dr. Oliver Heine auf  die Welt holte und welches sich dennoch prächtig entwickelte. Heine ist Chefarzt der Geburtshilfe, Pränataldiagnostik und Perinatologie am Marienkrankenhaus Hamburg, einer der größten und beliebtesten Geburtskliniken der Hansestadt. „Risikogeburten haben durch ein zunehmend höheres Alter der werdenden Mütter zugenommen“, so der Experte. Darüber hinaus führt die künstliche Befruchtung vermehrt zu Mehrlingsschwangerschaften, was oftmals mit Frühgeburtlichkeit einhergeht. „Während in den 1960er-Jahren nur circa 30 Prozent der zu früh geborenen Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 g überlebten, liegt die Überlebensrate heute bei 90 bis 95 Prozent“, sagt Dr. Heine. Großen Anteil daran haben ein optimales geburtshilfliches Management und die bestmögliche medizinische Betreuung. Frühchen sind noch auf den Luxus im Mutterleib eingestellt und brauchen damit minimale Reize und maximale Zuwendung. Das Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) des Kinderkrankenhauses Wilhelmstift ist extra auf diese kleinen Patienten eingestellt. Die angebotene Rund-um-Versorgung unter einem Dach ist nach periZert zertifiziert und erfüllt damit sogar mehr Kriterien als vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefordert.

Entwicklungsfördernd und familienzentriert betreut

Spezialisierte Ärzte und Pflegefachkräfte arbeiten im PNZ1 nach der „Entwicklungsfördernden familienzentrierten individuellen Betreuung für Früh- und Neugeborene“, kurz EFIB®. Dabei handelt es sich um ein besonderes Behandlungs- konzept, welches bewirkt, dass frühgeborene Kinder im späteren Leben weniger neurologische Folgeerscheinungen aufweisen. Das belegen Studien.

Meist bleibt das Frühchen bis zum eigentlichen Geburtstermin in der Einrichtung — die Mutter kann im Eltern-Kind-Zimmer rund um die Uhr bei ihm sein. „Vor allem die körperliche Nähe ist wichtig“, sagt Prof. Dr. Lutz Koch, Chefarzt der Neonatologie im Kinderkrankenhaus Wilhelmstift. Bereits ab den ersten Lebensstunden können Mutter oder Vater das Baby auf den Bauch nehmen. Das sogenannte „Känguruhen“ spielt aus medizinischer Sicht eine ganz entscheidende Rolle bei der gesunden Entwicklung dar. Das PNZ1 ist so eingerichtet, dass sich Eltern und ihre Frühgeborenen wohlfühlen. „Die Eltern werden sehr früh in die Versorgung und Pflege integriert, um Ängste abzulegen und ein natürliches Bonding zu ermöglichen“, sagt Prof. Dr. Koch. Er und sein Team besprechen sich bereits vor der Geburt mit Dr. Heine und dessen Team. Gemeinsame Visiten der Geburtshelfer, Neonatologen sowie bei Bedarf der Kinderchirurgen gehören zum Alltag.

 

Bilddaten ©Olivia Schneider, unsplash, ©Kinderkrankenhaus Wilhelmstift

Mit freundlicher Zusammenarbeit des Kath. Kinderkrankenhaus Wilhelmstift
www.pnz1.de oder www.kkh-wilhelmstift.de/neo